Mumps – Krankheitssymptome, Ursachen, Therapie und Behandlung

Mumps gilt als klassische Kinderkrankheit und wird auch als „Ziegenpeter“ bezeichnet. Auch wenn sie sehr gefährlich aussieht, ist sie als eher harmlose Erkrankung einzustufen.

Was ist Mumps?

Bei Mumps (Parotitis epidemica) handelt es sich um eine akute Virusinfektion, die typischerweise bei Kindern auftritt. Das Virus befällt die Ohrspeicheldrüsen, welche sich an den Seiten des Kopfes bzw. Halses befinden und lässt diese anschwellen. Dadurch entstehen die sogenannten „Hamsterbacken“.

  • Mumps gibt es auf der ganzen Welt
  • Vor allem Kinder zwischen dem 5. und 9. Lebensjahr erkranken
  • Auch Erwachsene können sich mit Mumps anstecken, wenn sie noch nicht daran erkrankt waren
  • Man kann sich gegen diese Infektionskrankheit impfen lassen
  • 5 % der Erkrankten leiden unter schweren Komplikationen
  • 30 – 40 von 100 Infizierten haben keine Symptome, sind aber ansteckend

Mumps wird neben „Ziegenpeter“ auch als Tölpel, Wochendippel oder Bauernwetzel bezeichnet. Woher diese umgangssprachlichen Namen kommen, kann nicht genau gesagt werden, es gibt nur ein paar Legenden und Geschichten dazu. Zum Namen „Tölpel“ kam Mumps vor allem durch das „einfältige Aussehen“, welches Erkrankte haben.

Ursachen von Mumps

Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, wird sie leicht von Mensch zu Mensch durch die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen. Wenn Person A, die das Virus in sich trägt, hustet, niest oder spricht, gelangen winzige, nicht mit bloßem Auge erkennbare, Speicheltröpfchen in die Luft, die von Person B eingeatmet werden. Auch Küssen, das gemeinsame Benutzen von Gläsern oder Besteck kann zu einer Ansteckung führen.

Symptome: Wie zeigt sich Mumps?

Mumps zeigt sich vor allem durch die typischen Hamsterbacken. Alle anderen Symptome können, müssen aber nicht, auftreten.

  • Einseitige „Hamsterbacken“ (Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, [Parotitis])
  • Eventuell: Nachschwellen der zweiten Seite (nach 2-3 Tagen)
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Unwohlsein
  • Muskelschmerzen
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Schmerzen beim Kauen
  • Schmerzen beim Drehen des Kopfes
  • Eventuell: Schwellung der anderen Speicheldrüsen und der Lymphknoten

Die Inkubationszeit nach der Ansteckung beträgt 12 bis 25 Tage, bis sich die ersten Symptome zeigen – meistens jedoch treten sie im Zeitraum von 16 und 18 Tagen auf.

Die Ansteckungsphase dauert rund 7 bis 9 Tage, wobei der Betroffene in den Tagen 2 bis 4 am ansteckendsten ist.

Mumps: Arztwahl und Diagnose

Da Mumps meistens bei Kindern vorkommt, ist der Kinderarzt die richtige Wahl. Grundsätzlich können Sie selbstverständlich bei Ihrem Hausarzt vorstellig werden.

Zuvor sollten Sie die Arztpraxis telefonisch informieren, damit sie entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen kann.

Da es bei Mumps immer zu den geschwollenen Backen kommt, reicht oft eine Blickuntersuchung aus, um die Erkrankung sicher zu diagnostizieren.

Zusätzlich wird meist eine Blutuntersuchung durchgeführt, bei der auf Antikörper getestet wird.

Um zu testen, ob sich Mumpsviren auch in anderen Körperregionen befinden, kann die Urin-, Hirn- oder Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) untersucht werden. Dies geschieht allerdings nur, wenn es einen begründeten Verdacht gibt – und das ist selten der Fall.

Sollten Komplikationen auftreten, werden die auffälligen Organe bzw. Körperregionen entsprechend untersucht.

Behandlung von Mumps

Leider gibt es keine Medikamente gegen Mumps, weil es sich um eine Viruserkrankung handelt. Aus diesem Grund können ausschließlich die Symptome gelindert werden.

Bettruhe ist das A und O bei Mumps, damit der Körper in Ruhe genesen kann. Daher sollte der Kindergarten, die Schule oder die Arbeit sowie Sport- und andere Gemeinschaftsaktivitäten nicht besucht werden – wenigstens während der Ansteckungszeit nicht.

Gegen die Schmerzen und/oder Fieber kann ein fiebersenkendes Schmerzmittel eingenommen werden.

Für Kinder sind Mittel mit Acetylsalicylsäure tabu, weil dadurch das Reye-Syndrom ausgelöst werden kann, welches im schlimmsten Fall tödlich enden kann.

Die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen wird gerne mit Ölverbänden oder Kühlpacks gelindert. Außerdem hilft es, noch mehr auf eine gute Mundhygiene zu achten.

Gegen Kau- bzw. Kieferschmerzen wird empfohlen, vor allem weiche Kost zu sich zu nehmen. Saure Speisen sollten vermieden werden, weil sie die Speicheldrüsen anregen.

Je nach der Verfassung des Patienten bzw. wenn andere Erkrankungen, wie beispielsweise eine Hirnhautentzündung, auftreten, sollte sofort ein Arzt bzw. das Krankenhaus aufgesucht werden.

Komplikationen

Wie bei ziemlich allen Erkrankungen kann es zu schweren Komplikationen kommen.

Die häufigsten Erkrankungen sind:

  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Schwerhörigkeit
  • (Neben-)Hodenentzündung (Orchitis)

Hirnhautentzündung

Symptome der Hirnentzündung:

  • (Starke) Kopfschmerzen
  • Steifer Nacken
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Bewusstlosigkeit

Eine Hirnhautentzündung (Enzephalitis) kann nicht nur zu bleibenden Hirnschäden führen, in ganz heftigen Fällen kann sie tödlich enden.

Schwerhörigkeit

Wenn nicht nur das Hirn von einer Entzündung betroffen ist, sondern dazu auch noch eine Hörnerv- und/oder Innenohrentzündung kommen, kann es zu einer temporären Schwerhörigkeit kommen.

(Neben-)Hodenentzündung (Orchitis)

Symptome der Hodenentzündung:

  • Geschwollene, schmerzende Hoden
  • Gerötete, warme Haut im Hodenbereich
  • Verstärkter Harndrang

Die Hodenentzündung ist leider eine Spätfolge, weil sie meistens erst nach der Pubertät eintritt. Wenn es sich um schweren Mumps handelte, kann es auch sein, dass erst der Erwachsene daran erkrankt. Im schlimmsten Fall kann eine Hirnhautentzündung zur Unfruchtbarkeit führen.

Mitunter kann es auch zu Folgeerkrankungen von Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Augen, Herz, Nieren oder den Gelenken kommen.

Vorbeugung mit Impfung: Ja oder Nein?

Die einzige vorbeugende Maßnahme gegen Mumps ist eine entsprechende Impfung.

Der derzeitige Impf-Rückwärtstrend sorgt dafür, dass die Zahl der Mumpserkrankungen wieder zunimmt. Die Argumente der Impfgegner sind, dass durch das Rest-Hühnereiweiß in der Impfung die Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung übertragen werden könne.

Nur durch die Injektion von lebenden Mumpsviren werden Antikörper gebildet. Die Impfung enthält abgeschwächte Erreger, sodass die Krankheit nicht ausbricht. Man spricht in so einem Fall von einer Lebendimpfung. Auch die entsprechenden Reaktionen wie Fieber, mumpsähnliche Symptome oder Rötungen und Juckreiz an der Einstichstelle nehmen viele als Grund gegen eine MMR-Impfung.

Die MMR- bzw. Mumpsimpfung sollte laut der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat durchgeführt werden. Danach erfolgt eine erneute Impfung zwischen dem 15. und 23. Monat.

Mittlerweile wird mindestens eine MMR-Kombinationsimpfung durchgeführt, also eine Kombination aus Masern-, Mumps- und Rötelnerregern. Möglich wäre ebenso eine reine Mumpsimpfung oder eine Vierfach-Kombinationsimpfung mit Windpockenerreger.

In den ersten Tagen kann es zu Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Fieber kommen, weil der Körper Antikörper bildet, manchmal können auch typische Mumpssymptome auftreten, wovon allerdings nichts bedenklich oder ansteckend ist.

Ob ein schwindend geringer Prozentsatz einer Möglichkeit ausreicht, um die vielen möglichen Komplikationen von Mumps bzw. den Ausbruch selbst zu rechtfertigen, muss jeder für sich entscheiden.

Wer sollte sich außer Kindern impfen lassen?

  • Menschen, die nach 1970 geboren sind, deren Impfstatus nicht klar ist (bei Erwachsenen reicht eine Impfung zur Immunisierung)
  • Wer nur die 1. Impfung erhalten hat
  • Mitarbeiter im Gesundheitsdienst oder in Gemeinschaftseinrichtungen (nach 1970 geboren)

Mumps ist meldepflichtig

§ 6 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) beinhaltet, dass Mumps meldepflichtig ist. Das verpflichtet gesetzlich zum einen, den behandelnden Arzt, die Erkrankung dem Gesundheitsamt zu melden, und den Betroffenen (bzw. dessen Erziehungsberechtigten), alle Arten von Gemeinschaftseinrichtungen zu meiden.

Fazit – Kinderkrankheit, die schwere Folgen haben kann

Generell gehört Mumps zu den eher ungefährlichen Kinderkrankheiten, die bei einem schweren Verlauf allerdings entsprechende Folgen haben kann. Gegen die Viruserkrankung gibt es keine Medikamente oder vorbeugende Maßnahmen, außer isoliert zu Hause zu bleiben oder sich zu impfen.

Gerade bei Jungs bzw. Männern kann die Erkrankung im späteren Alter zu einer Unfruchtbarkeit führen. Auch die Gefahr, eine Hirnhautentzündung zu bekommen, auch wenn es selten vorkommt, sollte nicht außer Acht gelassen werden, wenn sich die Frage stellt, ob man sein Kind impfen lassen sollte oder nicht.