Kleienpilzflechte: Ursachen, Symptome, Früherkennung und Therapie

Die ersten Anzeichen für Kleienpilzflechte sind ungewöhnliche  braune Flecken auf der Haut, die sich gerade im Bereich des Oberkörpers ausbreiten. Wir haben es mit einer ganz harmlosen Erkrankung zu tun, die von den Betroffenen aber oftmals als enormer Makel empfunden wird. In diesem Artikel gehen wir den Symptomen und der Diagnose ebenso wie der Behandlung und die Chancen in der Frühdiagnostik auf den Grund. So können wir praktische Tipps liefern, die im akuten Fall sofort weiterhelfen.

Was ist Kleienpilzflechte?

Der Hefepilz Malassezia furfur ist der Verursacher der Kleienpilzflechte.

Zur Risikogruppe gehören gerade die jüngeren Erwachsenen in Mitteleuropa. Eigentlich haben wir es mit einer harmlosen Hauterkrankung zu tun, die ihren Ursprung in den Hautschuppen hat. Der Pilz findet in den Fettsubstanzen der Talgdrüsen seine Nahrung und wird eigentlich erst dann bemerkt, wenn er die ungewöhnlichen Hautveränderungen hervorruft. Viele Patienten ahnen nicht, unter welcher Krankheit sie leiden, wenn sie die braunen Flecken am Oberkörper entdecken.

Wie häufig kommt die Kleienpilzflechte vor?

Wir haben es bei diesem Hefepilz mit einer sehr häufigen Hautkrankheit zu tun. In unseren Breitengraden erkrankt ein Prozent der Bevölkerung an Kleienpilzflechte. Zumeist kommt es zu den ersten Symptomen im Jugendalter. In tropischen Gefilden kann die Erkrankung auf bis zu 40 % ansteigen, was an dem feuchtwarmen Klima liegen mag.

Wie kommt es zu Kleienpilzflechte?

Ideale Bedingungen findet der Pilz, wenn die Haut feucht und warm ist.

Dann steht ihm jede Menge Fett auf der Oberfläche und in den Talgdrüsen zur Verfügung und er kann sich in diesem Mikroklima ungebremst fortpflanzen. Veranlagungsbedingt leiden viele Menschen unter sehr fettiger Haut, das unterstützen sie noch mit Cremes und Lotionen und nähren damit einen Hefepilz. Tragen Sie dann noch vorwiegend synthetische Kleidung, kann der Schweiß und aller Körperausdünstungen eigentlich nicht ordentlich nach außen gelangen. Die Hitze stockt direkt am Körper. Es entsteht das perfekte Mikroklima für die Ausbildung der Kleienpilzflechte.

Die häufigsten Symptome von Kleienpilzflechte

Zunächst bildet der Hefepilz in der Öffnung der Haarfolikel Pilzrasen.

Diese liegen flach oben auf der Hornschicht der Haut. Eigentlich erkennen wir Pilzrasen nur an seiner braunen Färbung. Davor war der Pilz eigentlich nur ein Bewohner auf der Haut des Menschen. Durch diesen Prozess hat er sich dann zum Krankheitserreger entwickelt.

Die ersten Symptome sind eine dunkle Umrahmung, die wiederum die Haarfolikel umgibt. Diese Umrahmung entwickelt sich zu scharf begrenzten und rundlichen Flecken. Diese können eine Größe von mehreren Zentimetern entwickeln. Die farbliche Varianz reicht vom hellen Braun über Gelbbraun bis hin zu Dunkelbraun und Rotbraun. Grundsätzlich steht die Färbung im Kontrast zur eigenen Hautfarbe.

Daneben kommt es zu einer leichten Schuppung direkt auf der Haut. Zumeist kommt es zu dieser ungewöhnlichen Ausbildung an den Hautstellen, wo besonders viele Talgdrüsen vorhanden sind. Das ist zumeist im Bereich der Rückenmitte und in der Brustmitte. In einem fortgeschrittenen Stadium greifen die Hautveränderungen auf die Oberschenkel und die inneren Oberarme, den Nacken, die Schulter und den Rumpf. Ganz selten kommt es in dieser Verbindung noch zu Juckreiz.

Im Sommer kommt es zu einem Farbumschlag

Im Sommer würde die UV Strahlung der Sonne die normale und nicht betroffene Haut bräunen. Über die Kleienpilzflechte ist die betroffene Haut von der Sonne abgeschirmt und wird sich nicht weiter verändern. Was passiert also: Die betroffene Haut erscheint mit zunehmender Sonneneinstrahlung im Sommer nicht mehr dunkler, sondern heller. In diesem Fall wird der Farbumschlag auch mit dem Zusatz versicolor bezeichnet.

 Was ist die Ursache der Kleienpilzflechte?

Der eigentliche Verursacher ist der Hefepilz mit Namen Malassezia, der sich an den Haaren festsetzt und dann mit der Zeit zu den Hautveränderungen führen.

Diagnose der Kleienpilzflechte beim Hautarzt

Im Prinzip ist es dem Hautarzt eigentlich schon mit bloßem Auge möglich, Kleienpilzflechte zu diagnostizieren.

Dennoch muss er die ungewöhnlichen Hautveränderungen eingehender untersuchen, um auf Nummer sicher zu gehen. Nur so lassen sich andere  Hautkrankheiten ausschließen. In den meisten Fällen nimmt der Arzt einen Holzspatel und streift damit vorsichtig über die Hautveränderungen. Danach sollte die charakteristische Schuppung deutlicher werden. Mithilfe eines Klebestreifens kann er einen Teil der schuppigen Stelle entnehmen. Danach überträgt der Arzt die Schuppen auf einen Objektträger, um die Pilzelemente unter dem Mikroskop zu untersuchen.

Wie erfolgt die Behandlung von Kleienpilzflechte?

Steht nun fest, dass Sie an Kleienpilzflechte leiden, verschreibt der Hautarzt eine Lotion mit einer speziellen Lösung. Darin enthalten ist ein Wirkstoff, der die Pilze abtötet. Die Patienten tragen diesen Wirkstoff zweimal am Tag auf die Hautstellen auf. Innerhalb weniger Tage der Behandlung sollten die betroffenen Hautveränderungen abheilen.

Was hilft wirklich gegen Kleienpilzflechte?

Je nach Veranlagung kann es wenig später nochmals zu neuen Flecken kommen.

In diesem Fall haben die Hefepilze sich von der Kopfhaut wieder auf den Oberkörper übertragen und besiedeln die Talgdrüsen. In diesem schwerwiegenden Fall sollte auch die Kopfhaut mit einem pilzabtötenden Gegenmittel behandelt werden. Arzneimittel gibt es also auch in Form von Shampoos.

Darüber hinaus sollten Betroffene Sie atmungsaktive und durchlässige Kleidung. Nach der Sauna oder intensiven Sporteinheiten sollten Sie sofort duschen. Darüber hinaus gilt es, auf zusätzliche Pflegecremes im Bereich des Oberkörpers zu verzichten. Nur wenn die Kleienpilzflechte extrem ausgebildet ist, verschreibt der Hautarzt den Wirkstoff Itraconazol in Tablettenform.

Grundsätzlich gehört das geschwächte Immunsystem zu einer der häufigsten Risikofaktoren für Kleienpilzflechte. Darüber hinaus kann diese Hautkrankheit mit bestimmten Medikamenten und Krebsarten in Verbindung stehen. Hingegen ist wissenschaftlich erwiesen, dass es keinerlei familiäre Veranlagung gibt.

FAZIT

Sobald Sie Veränderungen auf der Haut feststellen, sollten Sie unbedingt die Ursache vom Hautarzt abklären lassen. Neben Kleienpilzflechte gibt es eine ganze Reihe anderer gefährlicher Hautkrankheiten, die so früh wie möglich diagnostiziert werden müssen. Hierbei handelt es sich um eine eher harmlose Besiedlung eines Hefepilzes, den Sie am besten mit einem speziellen Wirkmittel oder einer Lotion bekämpfen. Setzen Sie in der Krankheitsphase und danach vor allen Dingen auf luftige Kleidung, duschen Sie regelmäßig und vermeiden Sie andere Pflegeprodukte in Form fettiger Cremes. Dann dürfte sich die Infektion auf der Haut schon bald wieder in Wohlgefallen auflösen.