Impetigo contagiosa – Symptome, Ursachen, Frühdiagnostik und Behandlung

Impetigo contagiosa lässt sich auf das Lateinische zurückführen und bezieht sich auf einen nässenden, schuppenden Hautausschlag. Wir haben es mit einer hochgradig ansteckenden Hautkrankheit zu tun, von der gerade Kinder und Säuglinge betroffen sind.

Was ist Impetigo contagiosa?

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Bezeichnungen und Namen für diese Hauterkrankung, wie zum Beispiel Grindflechte, Schleppe, Eiterflechte, Schleppschiss, Schmierflechte, Borkenflechte oder Schleppeiter.

Die Ärzte bezeichnen es als oberflächliche, hochkontagiöse Hautkrankheit unter der vor allen Dingen Kinder und Babys leiden.

Symptome von Impetigo contagiosa

Die ungewöhnlichen Bläschen treten in den meisten Fällen im Bereich von Nase und Mund auf. Das Erythem sieht aus wie eine Blase oder eine Pustel, die sich dann zu einer scharf begrenzten Entzündung ausbreitet. Eine Diagnose erfolgt über einen bakteriologischen Abgleich und einen Hautabstrich. Dabei müssen die Kinderärzte zunächst eine vorliegende Herpes simplex Infektion ausgeschlossen werden. Es kann auch zur Verwechslung mit dem Neugeborenenexanthem kommen, das eigentlich vollkommen harmlos verläuft.

Stellen Sie bei Ihrem Kind ähnliche Hautveränderungen fest, gehen Sie schnellstmöglich zum Kinderarzt.

Impetigo contagiosa Ursachen und Infektion

Die eigentlichen Verursacher sind die Bakterien. Sie breiten sich über Pathogenitätsfaktoren in der Haut, um das Gewebe zu zerstören. Wir unterscheiden bei der Impetigo contagiosa die großblasige, bullöse Impetigo und die kleinblasige Staphylococcus aureus. Im Grunde genommen sind nicht zuletzt die Streptokokken der Gruppe A, Streptococcus pyogenes, Verursacher für die großblasige und kleinblasige Form der Hauterkrankung. Außerdem liegen in vielen Fällen Mischinfektionen vor.

Häufig infizieren sich Kinder durch Schmierinfektion in öffentlichen Einrichtungen, wie in der Schule oder in Kindergärten. Die Bakterien können sich aber auch unter den Geschwistern epidemieartig ausbreiten.

Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch andere Altersgruppen von dieser Hautkrankheit betroffen sind. Gerade Patienten mit atopischem Ekzem sind oftmals betroffen. Beim Kratzen gelangen die Mikrotraumen, die Erreger, leicht in tiefe Hautschichten – wo sie dort die Infektion in Gang setzen.

Kleinblasige und großblasige Impetigo contagiosa

Bei der kleinblasigen Form sind die Bläschen als solches eigentlich gar nicht zu erkennen. Die Außenwände sind dünn und können schnell aufplatzen, sodass der Grund der Blasen stark nässend ist. Kommt es zu einer Austrocknung der Flüssigkeit, bildet sich eine honiggelbe Kruste in Verbindung mit einem roten Untergrund. Das sind die häufigsten Anzeichen für kleinblasige Impetigo contagiosa.

Im direkten Vergleich dazu können wir bei der großblasigen Impetigo contagiosa ganz deutlich die zahlreichen Bläschen erkennen.

Darin enthalten ist eine wasserklare Flüssigkeit, die im Zuge der Krankheit in eine trübe, eitrige Farbe übergeht. Kratzen die Patienten diese Blasen auf, tritt die Flüssigkeit nach außen und es entstehen entzündete, gerötete Flächen mit einem feuchten Glanz. Verkrustungen bilden sich bei dieser Form aber nicht.

Erfolgreiche Therapie von Impetigo contagiosa

Die deutsche dermatologische Gesellschaft empfiehlt eine Therapie mit Antibiotika, wenn von einer ernst zu nehmenden Form der Impetigo contagiosa ausgegangen wird. Viel wichtiger wären die hygienischen Maßnahmen. Die Patienten sollten, wenn möglich, die Bläschen nicht aufkratzen und sich häufig die Hände waschen.

Zudem sollten Sie Bekleidung und Handtücher regelmäßig heiß waschen, bevor diese in Kontakt mit dem Körper treten. Das minimiert das Risiko weiterer Infektionen und kann eine nochmalige Ansteckung verhindern. Auf jeden Fall ist es ratsam, die Fingernägel des Patienten kurz zu schneiden. So werden die Erreger nicht weitergegeben.

Hautärzte raten in einigen Fällen zu einer lokalen Therapie und setzen dafür antibiotikahaltige Salben ein. Hier ist zum Beispiel von Mupirocin, Fusidinsäure und Retapamulin die Rede. Parallel dazu macht es Sinn, regelmäßig desinfizierende Umschläge, Lösungen und Bäder einzusetzen. Ausgehend von diesen Erkenntnissen in der Therapie ist der Einsatz von Antibiotika also nur in einem fortgeschrittenen Stadium wirklich empfehlenswert und zielführend.

 In schweren Fällen verschreiben Ärzte eine Antibiotikakur.

Frühdiagnostik von Impetigo contagiosa

Bemerken die Patienten in einem besonders frühen Stadium, dass sie an Impetigo contagiosa erkranken, können Sie bestmöglich mit einer desinfizierenden Behandlung einsetzen. In den meisten Fällen lassen sich die eitrigen Bläschen aber nicht umgehen und die damit zusammenhängende Hautreaktion. Dennoch sollten Sie unbedingt einen Hautarzt aufsuchen, wenn Sie an sich die ersten Symptome feststellen.

Unbehandelt kann diese Hautinfektion äußerst unangenehm werden.

Behandlung und Verlauf von Impetigo contagiosa

Wir haben es hier mit einer langen infektiösen Erkrankung zu tun, die auf eine ebenso lang anhaltende Heilungsphase zurückgeht. Die Ärzte gehen von einer Inkubationszeit von ca. 2-10 Tagen aus. In den meisten Fällen erfolgt eine vollständige Heilung ohne Narben oder Rückstände auf der Haut. Die großflächige Hautschuppen lösen sich also vollständig von der Haut. Sie fallen ab oder werden manuell entfernt. Nur in sehr seltenen Fällen gehen diese in die tiefen Hautschichten und können hier weitere Abszesse und Entzündungen nach sich ziehen.

Betroffene Patienten sollten wissen, dass sie bis zum vollständigen Abkühlen der betroffenen Hautstellen warten müssen, um wieder in Kontakt mit anderen gesunden Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen zu treten. Dazu gehören zum Beispiel Vereine, Schulen und Kindergärten.

In seltenen Fällen – bei ca. 5 % der Betroffenen – kann eine Entzündungsreaktion der Niere folgen. Auch diese Infektion heilt meist vollkommen ohne Folgen aus.

Fazit

Impetigo contagiosa ist eine nässende Hautinfektion, die oftmals mit kleinen, juckenden Bläschen einhergeht. Wer von dieser Hautkrankheit betroffen ist, empfindet schnell den Drang, die Hautstellen zu jucken. Dabei kratzen Sie die Bläschen auf, die Flüssigkeit tritt nach aussen und kann eine weitere Infektion und Reaktion in Gang setzen. In den meisten Fällen heilt Impetigo contagiosa ohne Rückstände aus.

Sie sollten dennoch ihre Fingernägel kürzen, das Kratzen weitestgehend unterdrücken und mehrmals täglich die Hände und die Kleidung waschen, die in Kontakt mit der Haut tritt. Bei Kindern ist es gar nicht so einfach, das Aufjucken und Platzen der Blasen zu vermeiden. Babys bekommen von daher kleine Handschuhe an, um die Infektion nicht unnötig zu erweitern.

Hautärzte verschreiben heilende und beruhigende Salben und Cremes. Damit soll das unangenehme Jucken gedämpft werden. Halten Sie das Level der Hygiene so hoch wie möglich, um eine Übertragung der Infektion zu vermeiden.

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