Blinddarmentzündung – Ursachen, Symptome, Früherkennung und Therapie

Was ist eine Blinddarmentzündung?

Von einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) spricht man, wenn sich der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis), ein Teil des Blinddarms (Caecum), entzündet hat. Der Blinddarm ist ein Teil des Dickdarms (Colon ascendens) und sitzt im unterem rechten Bereich des Bauchs (Abdomen). Betroffen sind Menschen allen Alters, auch wenn Kinder und Jugendliche häufiger betroffen sind. Eine Blinddarmentzündung ist, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, gut behandelbar. Dazu müssen allerdings die Symptome richtig gedeutet werden. Woran Sie erkennen, dass Sie an einer Blinddarmentzündung leiden, erfahren Sie hier.

Ursachen einer Blinddarmentzündung

Oftmals können die genauen Ursachen, warum sich der Wurmfortsatz des Blinddarms entzündet hat, nicht zweifelsfrei geklärt werden. Zu den häufigsten Ursachen gehören allerdings eine Verstopfung beispielsweise durch Kotsteine, ein Fremdkörper oder Parasit und eine entzündliche Darmerkrankung oder Bakterienbefall mit u. a. Kolibakterien oder Enterokokken.

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Symptome einer Blinddarmentzündung

Alles was Sie bei dem Verdacht auf eine Blinddarmentzündung wissen sollten - Ursachen, Symptome, Risiken, Vorbeugen und Heilung

Bei einer beginnenden Blinddarmentzündung zeigen sich im Normalfall die folgenden Frühstadium-Symptome:

  • Ziehende oder stechende Schmerzen im Oberbauchbereich oder in der Nähe des Bauchnabels

Nach 10 bis etwa 24 Stunden kommen weitere akutere Symptome hinzu. Diese sind meistens:

  • Die Schmerzen nehmen zu und wandern in den rechten Unterbauch
  • Die Bauchdecke des Unterbauchs ist verhärtet
  • Schweißausbrüche setzen ein
  • Appetitlosigkeit meist gepaart mit Übelkeit und Erbrechen
  • Erhöhte Temperatur von etwa 38,5 bis 39 Grad

Sonderfälle: Kinder, Senioren und Schwangere

Während bei Kindern meistens starke Übelkeit und große Schmerzen im gesamten Bauchraum auftreten, sind die Symptome bei Senioren schwächer ausgeprägt. Bei ihnen kommt es selten zu erhöhter Temperatur und auch Schmerzen und Übelkeit sind schwächer wahrzunehmen, entwickeln sich jedoch schneller. Bei Schwangeren hat sich die Position des Blinddarms meistens verschoben und ist schwerer zu lokalisieren. Der entzündete Wurmfortsatz kann bei Ihnen im Mittel- oder Oberbauch sitzen. Manchmal ist er soweit verschoben, dass die Schmerzen eher hinten, am Rücken auftreten.

Chronische Blinddarmentzündung

Handelt es sich um eine chronische Blinddarmentzündung taucht diese über Jahre immer wieder auf und klingt von alleine ab. Hier zeigen sich die gleichen Symptome nur jeweils über einen sehr kurzen Zeitraum.

Diagnose einer Blinddarmentzündung

Sobald Sie die Symptome wie Bauchschmerzen, die sich verstärken und nach unten wandern erkennen, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen und nichts mehr essen. Der Hausarzt, Internist oder Protologe wird Ihre Baudecke betasten und dabei auf Druckschmerzen an dem sogenannten „Lanz-Punkt“ rechts am Unterbauch, wo er den Blinddarm vermutet achten. Bei Schwangeren werden auch Hilfsmittel wie Ultraschall herangezogen. Im After wird Fieber gemessen und Blut abgenommen. Liegt eine Entzündung vor, wird die Temperatur um mindestens ein Grad erhöht sein und ein Übermaß an weißen Blutkörperchen ist ein Anzeichen für eine Entzündung. Sollte das Blut unauffällig sein und die Temperatur nicht erhöht, werden auch bei allen anderen Menschen mit Beschwerden weitere Untersuchungen in Form von Ultraschall des gesamten Bauchraums durchgeführt. Spätestens am zweiten Tag nach der stationären Aufnahme zeigt sich, ob eine Operation notwendig ist.

Therapie / Behandlung einer Blinddarmentzündung

Regulär wird der entzündete Wurmfortsatz des Blinddarms in den ersten zwei Tagen operativ entfernt, damit es nicht zu einem Blinddarmdurchbruch kommen kann. Bei einer schon sehr weit fortgeschrittenen Entzündung werden vor der Operation Antibioitka und Flüssigkeit zugeführt bevor operiert werden kann, um die Entzündung einzudämmen.

Es gibt zwei Operationsarten: die minimal Invasive laparoskopische und die offene Blinddarmoperation.

Blinddarmentzündung - Ursachen, Symptome, Früherkennung und TherapieLaparoskopische Blinddarmoperation mit Bauchspiegelung

Mit einem sehr kleinen Schnitt am Nabel führt der Chirurg ein Endoskop und ein Schlauch in die Bauchhöhe. Mit Hilfe des Endoskops und durch den Schlauch eingeführtem Kohlendioxid-Gas, das den Darm von der Bauchwand löst, sieht er den gesamten Bauchraum und kann die nächsten beiden kleinen Schnitte genau platzieren. Wiederum durch Führungshülsen führt er nun dienötigen Instrumente ein. Er klemmt mit Schlingen oder Klammern den Wurmfortsatz vom Blinddarm ab und entnimmt ihn. Durch die Schlinge oder Klemme, die selbstauflösend sind, ist der innere Bauchraum versorgt und die Schnitte können am Unterbauch vernäht werden. Da die Öffnungen sehr klein sind, werden hier meistens auch außen selbstauflösende Fäden verwendet, die nicht gezogen werden müssen. Bei dieser Art der Operation

Offene Blinddarmoperation

Der Chirurg öffnet, meistens unter Vollnarkose und seltener unter ambulanter, den rechten unteren Bauchbereich mit einem Schnitt, trennt den Wurmfortsatz vom Blinddarm ab und entfernt diesen. Danach vernäht er die Wunde am Blinddarm und die geöffnete Bauchwand mit sich selbst auflösenden Fäden. Für die Bauchdecke kommen aber auch oft nicht selbsauflösende Fäden oder Klammern zum Einsatz, die dann nach nach etwa einer Woche gezogen werden.

Blinddarmdurchbruch (Appendix vermiformis Perforation)

Sollte es bereits zu einem Durchbruch gekommen sein, wird zusätzlich der Bauchraum ausgespült, um Fäkalien, Bakerien und Eiter zu entfernen. Danach werden meistens Drainagen in Form von Schläuchen nach außen gelegt, um Entzündungsflüssigkeiten auszuleiten.

Nach der Operation

Bei einem laparoskopischen Eingriff muss man noch etwa zwei Tage im Krankenhaus bleiben, bis sich die Darmfunktion normalisiert hat. Bei einer offenen OP sind es meistens ein paar Tage mehr. Ist ein Blinddarmdurchbruch entfernt worden, kann der Krankenhausaufenthalt eine Woche oder länger dauern.

Bevor die Fäden gezogen sind oder sich aufgelöst haben, sollten Sie nur duschen und kein Vollbad nehmen. Nach der OP sind Sauna und Schwimmbad ebenfalls für einige Wochen nicht erlaubt, damit keine Bakterien in die Wunde eindringen können.

Risiken der Operationen

Generell sind die Risiken einer minimal Invasiven laparoskopischen Operation geringer als bei einer offenen Operation. Bei einer Blinddarmoperation bestehen aber immer die folgenden Risiken:

  • allgemeine Risiken einer Vollnarkose
  • allgemeine Risiken einer allergischen Reaktion gegen das Anästhetikum und anderer Substanzen
  • Risiko eines Bauchdeckenabszesses (Eiter sammelt sich in der Bauchdecke)
  • Risiko eines Douglas-Abszesses (Eiter sammelt sich in der Bauchhöhle)
  • Entfernung eines gesunden Blinddarm-Wurmfortsatzes

Vorbeugung

Nur gegen Fremdkörper als Ursache für eine Blinddarminfektion können Sie vorbeugend tätig werden. Vermeiden Sie harte Kerne wie beispielsweise Kirschkerne zu schlucken. Einige Ärzte rateen auch dazu viel faserige und ballaststoffreiche Nahrung zu sich zu nehmen. Mehr kann man vorbeugend nicht tun und die Blinddarmoperation gehört zu den häufigsten operativen Eingriffen.

Quellen:

UKE.de https://www.uke.de/krankheitsbild/blinddarmentz%C3%BCndung.html

Netdoktor.de https://www.netdoktor.de/krankheiten/blinddarmentzuendung/symptome/

Wikipedia.org https://de.wikipedia.org/wiki/Appendizitis

Apotheken-Umschau.de https://www.apotheken-umschau.de/Blinddarmentzuendung#Frueherkennung-und-Diagnose

Allgemeinechirurgie-uek.de http://www.allgemeinchirurgie-uek.de/index.php/blinddarmentzuendung.html

Gesundheit.de https://www.gesundheit.de/krankheiten/magen-darm/bauchschmerzen-und-bauchkraempfe/blinddarmentzuendung

Onmeda.de https://www.onmeda.de/krankheiten/blinddarmentzuendung.html

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